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Mitte des Jahres haben wir bei Tangent unseren neuen Teampiloten Walter Peter
rekrutiert, der gleich eine spannende Frage stellte – ist der Vortex
eigentlich wettbewerbsfähig gegenüber Voll GFK-Modellen? Eine Frage,
die wir eigentlich nur im Wettbewerb beantworten können. Kurz darauf war
die Idee geboren mit unserem Team um Dieter Bär auf der DM für Großsegler
2006 gegen die Elite Deutschlands anzutreten.
Wie es eben immer so ist, verging die Zeit rasend schnell und plötzlich
stellten wir fest, dass es nur noch 3 Wochen bis zum Wettbewerb sind. Nun ist
es so, dass wir zwar alle ganz gute „Freestyle Piloten“ sind aber
so gut wie keine Wettbewerbserfahrung haben. Vor allem den Speedflug hatte
bisher keiner von uns geübt. Kurzerhand haben wir uns beim Training unserer
F3B Freunde mit unseren Modellen dazu gesellt und abgeschaut was die so machen.
Schnell
haben wir da gelernt:
- Die Höhe aus der Winde mit dem Vortex ist schon mal nicht schlecht
- Schnell ist er auch, der Vortex
- Ganz schön schwer die Höhe auf die Strecken vernünftig aufzuteilen
- Eine saubere Speedwende sieht nur einfach aus, ist aber wirklich schwer zu
fliegen
- Wer zu spät in der Kurve zieht hat verloren (wer zu früh zieht
aber auch…)
- Wir fliegen schön regelmäßig zwischen 17er und 24er Zeiten
(au weia)
- Wir haben viel zu spät angefangen zu trainieren
- Wenn man die Winde bei der Landung trifft ist der Flieger kaputt…nicht
wahr Florian!!!
Genauso wie unser Konkurrenz-Team um die FS 4000 von Volker Klemm, hatten
wir auch noch zu allem Überfluss einen Flieger im Training ziemlich „beleidigt“,
so dass noch ein Paar Werkstatttage einzulegen waren. Nach zwei Trainingstagen
sind wir dann „perfekt“ vorbereitet zum Wettbewerb gefahren. Jeder
hat max. 10 Speedflüge gemacht, keiner hat die 6 Min. je mal gegen die
Uhr geflogen, na und die Ziellandung wird schon klappen….au weia, hoffentlich
wird das nicht eine riesige Blamage!

So, der Wettbewerb beginnt! Bei allerbestem Wetter sind wir mit 4 Modellen
auf dem Flugplatz in Unterschneidheim angekommen. Am Freitagabend haben wir
noch ein paar Testflüge mit der Motorwinde gemacht und die Konkurrenz
schon mal näher angesehen. Das Klemm-Team machte einen super professionellen
Eindruck. Außerdem sind die Jungs auch noch super nett – viele
Grüße an dieser Stelle!
Ein Shark XL und ein Super Sonic MAX machten uns vom Modell her etwas sorgen. Beide sind aber dann später nicht weiter aufgefallen. Bei den anderen mussten wir auf den Wettbewerb warten wie die fliegen.
Der erste Durchgang im Zeitfliegen endete für mich völlig überraschend
mit 957 Punkten und den 7. Platz. Da habe ich das erste mal gemerkt wie wichtig
ein Coach ist, der die Zeit mit einteilt. Die 6 Min. waren gar kein Problem
und die Landung war auch ok. Dieter ist völlig abgebrüht auf Platz
3 geflogen, Florian hat die Landung völlig verpatzt und Walter lag mit
905 Punkten auch gut.

Der erste Speedflug war dann der Moment der Wahrheit – wie schlägt
sich der Vortex und unsere Nerven im Vergleich?
Ralf Schroers mit der FS 4000 machte den 1000er nur ganz knapp gefolgt von
unserem Florian mit 989 Punkten. Aber auch der Rest des Teams hat sich gut
geschlagen. Nur Walter trifft bei der Landung unseren Konkurrenten Volker Tutas
in den Hint…-sorry noch mal von unserem Team!
Auch beim zweiten Zeitfliegen lagen wir alle wieder ganz gut und wir machten
uns langsam Hoffnungen auf den Manschaftstitel – damit haben wir alle
absolut nicht gerechnet. Der letzte Flug – der Speedflug musste also
die Entscheidung bringen. Ralf Schroers mit der FS 4000 knallte cool eine 17,1
sec. hin. Nun hing alle Hoffnung an Florian, der bei uns am besten diese Disziplin
beherrscht. Als einer der letzten startetet er cool zum Speedflug – super
Höhe – tolle Einteilung – knappe Wenden uuuunnnd……17,5
sec. !!! Dieter flog so na ja und ich…schwamm drüber, der Druck
war zu hoch.

Dann langes warten und endlich die Siegerehrung. Ich wollte unbedingt unter
die Top Ten und freute mich riesig über Platz 8. Dieter ganz knapp vor
mir mit Platz 7 und dann das warten. Wo ist Florian? Platz 2 – Jawohl!!
Walter hat sich dann noch den 2. Platz in der Klasse für vorbildähnliche
Modelle gesichert.
In der Mannschaftswertung haben wir dann noch den zweiten Platz hinter einem
gemischten Team aus beiden Klassen erreicht. Ganz knapp hinter uns dann das
Team um Volker Klemm.

Und wie sieht nun die Beantwortung der Frage am Anfang aus? Ja, der Vortex
ist absolut wettbewerbstauglich, nur nicht alle Piloten….


Flotte Flieger (Text: Gabi Neumeyer, Foto oben: Neumeyer)
Hunderte Zuschauer verfolgten am Wochenende auf dem Fluggelände der
Modellfluggruppe Unterschneidheim die Deutschen Meisterschaften der Großseglermodelle.
Wind und Wetter waren optimal.
In der „Offenen Klasse“ flogen 24 Starter um Meisterehren, 19
Piloten hatten bei den so genannten „vorbildähnlichen“ Segelflugmodellen
gemeldet. Augenfällig ist der Unterschied zwischen den beiden Klassen
auch für den Laien: die „Funktionsmodelle“ mit einer Spannweite
von mindestens vier Metern müssen „echten“ Flugzeugen nicht ähneln,
haben verhältnismäßig große Flügel und einen schlanken
Rumpf ohne Cockpit; das sorgt bei ihnen für verbesserte Flugleistungen.
Auf gerader Strecke können sie bis zu 300 Stundenkilometer erreichen.
Nachdem sie die Motorwinde in wenigen Sekunden auf rund 200 Meter Höhe
gebracht hat, jagen die Funktionsmodelle in rasantem Tempo mit schnellen Wenden
viermal über die 150 Meter lange Strecke zwischen den beiden Peilstangen.
Für Laien noch beeindruckender – schon am Boden – sind die „vorbildähnlichen“ Modelle,
die in Unterschneidheim in einer Vielzahl von Nachbauten zu bewundern waren.
In der Luft sind sie auf den ersten Blick kaum von ihren großen Vorbildern
zu unterscheiden. „Aber das Fliegen ist schwieriger“, erklären
Roland und Eduard Glogger aus Krumbach im Landkreis Günzburg. Während
der Pilot eines echten Segelfliegers die Thermik selbst fühlt, sind die
Modellflieger auf ihre Augen, ihr Fingerspitzengefühl und ein paar elektronische
Hilfsmittel angewiesen.
Sohn Roland Glogger fliegt mit einer Spannweite von sechs Metern das größte
Modell des Wettbewerbs, eine ASH 26. Mit dem Vorgängermodell war er bereits
1997 Deutscher Meister. Natürlich ist der Flieger selbst gebaut, wie
bei den allermeisten Startern. „Roland stand schon in der Werkstatt,
bevor er in die Schule kam“, sagt sein Vater stolz. Dass das Hobby vom
Vater auf den Sohn weitervererbt wird, ist keine Seltenheit. Der jüngste
Starter im Feld ist gerade 13 Jahre alt, und natürlich ist auch sein
Vater mit von der Partie. Auch sonst geht es bei den Modellfliegern sehr familiär
zu. Neben dem Fluggelände und dem Festzelt steht eine richtige kleine
Campingkolonie. „Man kennt sich“, bestätigen unsere beiden
Spitzenpiloten. Mit Kennerblick beobachten sich die Konkurrenten. Für
mehr Durchblick bei den Besuchern sorgt Berthold Strempfer, Mitglied der Modellfluggruppe
Unterschneidheim und Gebietsbeirat des Deutschen Modellflugverbands als „Stadionsprecher“.
Am Ende eines herrlichen Meisterschaftswochenendes mit rundum gelungener
Organisation stehen schließlich am Sonntag gegen 17 Uhr die Sieger fest:
In der Offenen Klasse gewann Volker Tutasz aus Bad Salzuflen als neuer Deutscher
Meister, Florian Griese aus Weiler wurde Zweiter und Kilian Lang aus Neuburg
an der Donau Drittplatzierter. Gleichzeitig gewann Kilian Lang den Meistertitel
in der Vorbildähnlichen Klasse, vor Walter Peter aus Walheim und Markus
Kellerer aus Ingolstadt.
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